Brandhaus – Technik

In der geplanten Brandsimulationsanlage des Brandübungshauses sind zahlreiche Brandstellen vorgesehen.

Brandstellenausführung

Die einzelnen Brandstellen und die industriellen bzw. häuslichen Einrichtungsgegenständen sind im Wesentlichen aus Edelstahlattrappen hergestellt, und in die dafür vorbereiteten
Brandräume eingebaut.

Die Attrappen beinhalten:
-    Alle Komponenten für die Zündung und Erzeugung des Flammenbildes
-    Löschmittelsensoren zur Erfassung des Löscheffekts beim Einsatz von Löschmitteln
-    Zusatzattrappen zur Darstellung von komplexen Brandsituationen bei Bedarf.

Die Brandstellen sind so auszurüstet, dass sie in Verbindung mit der zugehörigen Software ein
realistisches Löschen ermöglichen. Das heißt, dass neben der aufgebrachten Löschmittelmenge
auch die korrekte Durchführung des Löschens (Zeit und Art wie das Löschmittel aufgebracht wird)
berücksichtigt wird.
Entsprechende Sensoren für Temperatur und Löschmittelmenge und sonstige mechanische
Tätigkeiten sind eingebaut.
Die Brandräume sind mit Temperatursensoren zur Überwachung von Maximaltemperaturen, mit
Rauchgeneratoren zur Erzeugung einer künstlichen Sichtbehinderung durch Heißrauch (d.h.
weitestgehend beständig gegen Flammen- und Wärmeeinwirkung) und mit
Gasüberwachungsanlagen ausgestattet.
Jede innenliegende Brandstelle wird zur sicheren Verbrennung des Gases innerhalb der
Brandstelle mit Verbrennungsluft versorgt.
Verbrennungs- und Abluftanlagen garantieren einen ordnungsgemäßen Brandablauf sowie
bei Bedarf eine schnelle Entrauchung und Abkühlung der Brandsimulationsbereiche.

Der Zutritt in die Brandräume (bei jeder Tür) ist durch eine Freigabeampel (grün, mit Beschriftung
"BETRIEBSBEREIT"), Rauch- und Temperaturabhängig gesteuert.
Innen beleuchtete Not-Aus bzw. Not-Halt-Taster bewirken bei deren Betätigung die augenblickliche
Unterbrechung der Brandabläufe und stoppen die Gas-Zufuhr. Die Steuerung ist so zu gestaltet, dass bei Betätigung eines Not-Halt-Tasters grundsätzlich der Treppenraum, unabhängig vom Brandsimulationsbereich über die vorhandene Abluftanlage entlüftet wird.
Die rechnergesteuerte Anlage kann sowohl vom Leitstand als auch von mobilen
Handsteuergeräten sowie von den Überwachungsräumen aus gesteuert werden.
Die Systemsoftware ermöglicht die Durchführung von freiprogrammierbaren sowie festeingestellten
Übungen.

Steuerung
Von der Leitstelle aus werden die einzelnen Brennerstellen freigegeben.
Szenarien (z. B. Herd - Dunstabzug - Flashover) können vorprogrammiert werden.
Im Automatikbetrieb können diese vorprogrammierte und abgespeichterte Szenarien gewählt und
abgerufen werden. Der Ablauf wird dann über diverse Sensoren automatisch gesteuert.

Kommunikation
Die Kommunikation erfolgt auf 2 Schienen:
1. Funk
2. Telefon
zusätzlich durch Beobachtung von den Überwachungsstellen und dem Leitstand.

Nass- und Trockensteigleitung
In den Stiegenhäusern wird jeweils ein Wandhydrant bzw. eine Löschwasserentnahmestelle,
versorgt über eine nasse bzw trockene Steigleitung mit Löschwassereinspeisestelle zu
Übungszwecken eingebaut.

Zu- und Abluftsystem
Die Zu- und Abluftanlage gewährleistet den getrennten Betrieb der Brandsimulationsbereiche und des
Treppenhauses und ist mit den notwendigen temperaturbeständigen Lüftungsgeräten,
Luftkanälen, Jalousienklappen, Lüftungsgittern, Regelungen, Feuerschutzklappen ausgestattet.
Die Lüftungsanlage zur Raumentrauchung ist so ausgelegt, dass in einem maximal verrauchten
Raum nach 1 Minute freie Sicht (Personen und Gegenstände müssen erkennbar sein) herrscht,
nach 2 Minuten muss der Raum rauchfrei sein.
Der Luftdurchsatz zum Zwecke der Kühlung des Raums mit vorher in Betrieb gewesenen
Brandstellen ist so groß, dass im Notfall nach 60 Sekunden der Raum ohne spezielle
Hitzeschutzbekleidung betreten werden kann (min. 90 facher Luftwechsel).